Hintergründe: Redner, Bands und Aktuelles

Rechtsrock abdrehen – Rassisten_innen blockieren
Am 18.9 plant die NPD ein Konzert mit Kungebung unter dem Motto: „Überfremdungsgesetz stoppen“ und richtet sich damit gegen das vom Berliner Senat geplante Integrationsgesetz. Ob dies nun ein verfrühter Wahlkampfauftakt, eine Wiedergutmachung für die Blamage am 1. Mai sein soll oder den Ausfall des „Fest der Völker“ kompensieren soll, bleibt offen. Sicher ist aber, dass in Berlin seit vier Jahren kein öffentliches Rechtsrockkonzert mehr stattgefunden hat und wir auch wollen, dass das so bleibt.

Die Berliner NPD befürchtet, dass es durch die Würdigung multikultureller Sprachkompetenzen beim öffentlich Dienst zu einer Benachteiligung so genannter „echter Deutscher“ kommt. Auf der Mobilisierungsseite wird ein rassistisches Szenario über einem Taliban-anmutenden Staatsbeamten auf widerlichste Weise kreiert. Die Inhaltslosigkeit der parlamentarischen Rechten zeigt sich wiederholt durch plumpen Ausländerhass, diesmal musikalisch unterlegt.

Die Nazis mobilisieren sogar mit eigener Sonderseite für den 18.09. nach Berlin Schöneweide. Von Seiten NPD gibt es bis jetzt keine genauere Eingrenzung zum Ort. Es ist aber bekannt, dass die NPD die Anmeldung in Hörweite zur Nazikneipe „Zum Henker“ in der nähe des S-Bahnhofs getätigt hat. Die NPD rechnet mit 250 – 400 Besucher_innen. Wegen der unklaren Raumsistuation ist es wichtig, dass mensch sich weiterhin informiert und auf Ankündigungen achtet, um in Notfall auch auf eine Änderung reagieren zu können.

Die Redner
Angekündigt sind Udo Voigt, NPD Parteivorsitzender, der auch Mitgleid der BVV Treptow-Köpenick ist und erst in den letzten Wochen duch Solidaritätsbekundungen mit der auch in Schöneweide liegenden Kneipe „Zum Henker“ alle Zweifel über das apolitische Dasein des Henkers ausgeräumt hat. Vor der BVV demonstrierten Rechte unter dem Motto „Zum Henker mit den Demokraten“.
Des weiteren ist das NPD Mitglied Sebastian Schmidtke ebenfalls wohnhaft im Bezirk, angekündigt. Dieser ist ein bekannter Berliner Kader, der zuletzt durch die Anmeldung des verhinderten Naziaufmarschs am 1. Mai in Erscheinung trat.
Der Berliner Landesverbandvorsitzender Uwe Meenen wird ebenfalls auftreten, dieser ist auch wegen seiner Versuche für die NPD-Imobillien zu erwerben bekannnt. Zu aller Letzt noch ein Gast aus Niedersachsen, Dieter Riefling ein mehrfach vorbestrafter Kader der „Freien Kräfte Niedersachsen“.

Die Bands
Kahlschlag ist eine der bekanntesten Berliner Rechtsrockbands und wird vom VS als Teil des Netzwerkes rechtsextremer Musik eingeordnet. Kahlschlag veröffentlichte bereits im Jahr 2000 ihr erstes Album „WUT, STOLZ, KRAFT“ und ist auch auf weitern Samplern zu finden. Ab 2006 sind mehrere Konzerte im Raum Brandenburg bekannt. 2008 wurde ein Konzert der Band Kahlschalg, welches gemeinsam mit anderen Bands stattfinden sollte untersagt. Zu dem Konzert waren 400 Neonazis angereist. Seit 2009 ist es was Veröffentlichungen angeht rühig um die Band geworden.

Exzess, eine jüngere Rechtrock Band, die 2008 zum ersten mal auf dem Sampler „Gefahr im Verzug“ in Erscheinung trat und dort dann gleich in Gesellschaft von „Lunikoff Verschwörung“. Zudem haben sie mp3s zum download in einschlägigen Foren publizert. Exzess ist bereits bei anderen NPD Konzerten (NPD Fest in Bliesenthal) aufgetreten. Dort auch gemeinsam mit der dritten Band Tätervolk. Desweiteren spielen Exzess gerne Cover von „Lunikoff Verschwörung“, der Landser Nachfolgeband und es wird auch über ein gemeinsames Konzert gemunkelt. Die Band trat dieses Jahr beim „Rock für Deutschland“ und verkündeten, dass „nichts ihre deutsche Wut bändigt“.
Aus der Dokumentation „Rock für Deutschland“ 2010 Gera:

Im Anschluss hetzten die Rechtsrocker von „Exzess“ u.a. mit Coversongs von „Die Lunikoff Verschwörung“ gegen den „Multikulti-Staat“, lobpreisten die Soldaten der „Wehrmacht“ als Helden und verkündeten: „der Morgen wird unser sein … nichts bändigt unsre deutsche Wut!“ Als der Sänger zwischen zwei Titeln mehrmals die Worte „Ruhm und Ehre“ ins Mikro raunte, ergänzten die Fans vor der Bühne begeistert: „Ruhm und Ehre der Wehrmacht“. „Ich glaube, das sollte man ausnutzen, wenn man das mal singen darf“, kommentierte der Sänger, bevor er nach einem Hinweis vom Veranstalter spöttisch meinte: „Ich soll darauf aufmerksam machen, dass hier keiner den Arm hebt, um zu gucken, ob er Sonnenbrand unter dem Arm hat.“ Scheinbar hatten auch die Organisatoren die Hitlergrüße im Publikum bemerkt. Kurz darauf quittierten die Rechtsrock-Fans die Ansage mit den Sprechchor: „Ruhm und Ehre der Waffen-SS!“

Totalverlust ist nur der Tarnname der Band Tätervolk, wieso dieser notwendig ist, ist nicht wirklich ersichtlich. Tätervolk ist auch eine jüngere aus Meckenburg Vorpommern stammende RAC(rock against communism) Band. 2008 veröffentlichten sie ihr erstes Album „in brauner Uniform“, was dann auch gleich indiziert wurde und einem absoluten Verbreitungsverbot unterliegt. Hinzu kommen noch mehrere mp3 Veröffentlichungen. Die Band hat seit 2008 mehere Konzerte gespielt, unter anderem das bereits oben gennante und Bliesenthal. Gehörte aber auch zu den Bands die im Jugendzentrum Klex in Greifswald gespielt haben.

Rassisten_innen blockieren
Um dieser Kundgebung entgezutreten hat sich breiter Protest gebildet, sowohl antifaschistische Gruppen aus ganz Berlin als auch Bürger aus Treptow Köpenick rufen zu Blockaden der NPD Kundgebung auf und kündigen an, dass sich der 1. Mai für die Nazis am 18.9. wiederholen soll. Das ausdrückliche gemeinsame Ziel ist das Vehindern der NPD Kungebung.
Für den 18.9. sind mehren Gegenkundgebungen rund um den Bahnhof Schöneweide angemeldet und genehmigt mit denen mensch den Nazis entgegen treten will und deutlich machen, das die NPD und ihre Anhänger für eine rassistische, antisemitische und Hass erfüllte Politik stehen, die sich gegen alle richet, die nicht in ihr menschverachtendes Weltbild passen.

Kommt um am 18.09. um 12 zum S-Bhf. Schöneweide. Achtet auf Ankündigungen und bleibt spontan.
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